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aktualisiert: Donnerstag, 22. September 2011

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Ab 1934 richtete die NSDAP am Obersalzberg ein „Führersperrgebiet“ ein. Bis zum Kriegsende umfasste es ein sieben Quadratkilometer großes Areal, das sich von der Tallage Berchtesgadens bis zum Kehlsteingipfel erstreckte, wo unter der Leitung von Martin Bormann das Kehlsteinhaus von Architekt Roderich Fick geplant und gebaut wurde. Es wurde damals Teehaus (2. Teehaus), D-Haus (Diplomatenhaus) oder T-Haus (Haus T) genannt. Es ist strittig, welche der drei Versionen richtig ist. Die Amerikaner tauften es nach Kriegsende Eagle's Nest.

Zum Einsatz kamen vor Kriegsbeginn vor allem deutsche, später auch tschechische und italienische Facharbeiter. Das Kehlsteinhaus wurde im Namen der NSDAP Adolf Hitler zu seinem 50. Geburtstag (1939) geschenkt. Unter anderem war es zur Bewirtung von offiziellen Gästen gedacht. Hitler selbst war nur etwa zehn Mal (die Zahlen schwanken zwischen fünf und dreizehn Mal) zu Besuch auf dem Kehlsteinhaus, da ihm die Ausflüge dorthin zu lang und riskant waren. Vor allem kritisierte er, dass der Aufzugsschacht nicht sicher gegen Blitzeinschläge sei; auch einem Überraschungsangriff der Alliierten mit Bombern wäre man schutzlos ausgeliefert gewesen.

Beim Fliegerangriff von britischen Lancaster-Bombern auf den Obersalzberg am 25. April 1945 war das Kehlsteinhaus eines der Ziele. Es wurde jedoch aufgrund der exponierten Lage im Hochgebirge nicht getroffen.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Führersperrgebiet am 4. Mai 1945 kampflos den Amerikanern übergeben, die es zum militärischen Sperrgebiet erklärten. Das Kehlsteinhaus wurde beschlagnahmt und am 1. April 1946 förmlich unter Kontrolle genommen (Aktenzeichen Y Co-1255-77). Am 17. Februar 1949 ging das Kehlsteinhaus an den Freistaat Bayern über (Übertragungsurkunde Nr. 1259/V, Kontrollratsdirektive Nr. 50). Rückwirkend zum 20. Juni 1948 wurde es am 18. Juli 1949 der Bayerischen Allgemeinen Finanzverwaltung, vertreten durch das Finanzamt Berchtesgaden, übertragen. Bis 1951 blieb es aber von den Amerikanern weiter beschlagnahmt.

Im Frühjahr 1951 gingen die Kehlsteinstraße und die Dalsenwinkelstraße in die Zuständigkeit der bayerischen Verwaltung über und am 12. Juni 1951 erhielt der Landkreis Berchtesgaden das Alleinbenutzungsrecht an diesen Straßen. Der Landkreis verpflichtete sich zur Einrichtung eines Linienverkehrs auf der Kehlsteinstraße und zur Übernahme der Instandsetzungskosten und des laufenden Unterhalts. Der Betrieb der Buslinie wurde zunächst der Deutschen Bundespost übertragen, am 19. Januar 1956 dann dem damaligen Fremdenverkehrsverband des Berchtesgadener Landes.

Der Landkreis bemühte sich derweilen um den Erhalt des Kehlsteinhauses. Durch den unermüdlichen Einsatz vor allem des damaligen Landrats Karl Theodor Jacob konnte die vom bayerischen Kabinett geplante Sprengung des Hauses verhindert werden. Im Februar 1952 wurde das Kehlsteinhaus mit Einverständnis der Amerikaner vom Freistaat Bayern an die Sektion Berchtesgaden des Deutschen Alpenvereins verpachtet.

Auf Initiative des Landrats Theodor Jacob brachte der Freistaat Bayern im Jahre 1960, anlässlich der 150-jährigen Zugehörigkeit der ehemaligen Fürstpropstei Berchtesgaden zu Bayern, den Nießbrauch an den Kehlsteinbetrieben in die Berchtesgadener Landesstiftung, im Volksmund Kehlsteinstiftung, ein. Die Erlöse der Stiftung kommen gemeinnützigen Zwecken im Landkreis Berchtesgadener Land zugute.

Eine Ausstellung im Haus arbeitet die Geschichte auf.

Kehlsteinstraße

In Hintereck (970 m ü. NN) am Obersalzberg beginnt die 1938 nach 13 Monaten Bauzeit fertiggestellte, 6,5 km lange Kehlsteinstraße. Sie überwindet den Höhenunterschied von etwa 700 Metern größtenteils über die aussichtsreiche Südseite des Kehlsteins mit Hilfe von fünf Tunnels (von unten nach oben: Reck-, Martinswand-, Gams-, Hirsch- und Schwalbennesttunnel) und endet bei einem großen Buswendeplatz (1.696 m ü. NN) nördlich unterhalb des Kehlsteinhauses. Die Straße ist für den motorisierten Individualverkehr und für Radfahrer und ab dem großen Wegekreuz am Klingereckboden (1.115 m ü. NN) auch für Fußgänger gesperrt. Über die Nordseite führt vom Ofnerboden (1.150 m ü. NN) eine weitere, die etwas schmälere, etwa 4 km lange Dalsenwinkelstraße ebenfalls hinauf zum Buswendeplatz. Sie quert kühn die steile Nordwand des Kehlsteins und kann von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden.

Beide Straßen sind asphaltiert. Sie entspringen im unteren Bereich einem weitläufigen, auch heute noch fast durchgängig geteertem Wegenetz zwischen der Scharitzkehlalm im Süden und der Roßfeldhöhenringstraße im Norden. Dazu zählen die Endstalstraße, die Ligeretstraße, die Salzwandstraße, die Ofnerbodenstraße und die Kehlalmstraßen. Das gesamte Wegenetz ist für den motorisierten Verkehr gesperrt.

 

 

 

 

 

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